Dienstag, 24. August 2010

Hardcore Wochenende #2 (Dachabsenkung und Portalbetonierung)


Joni und ich haben uns letztes Wochenende zu einer Intensivsession verabredet. Zwei schöne Punkte standen auf der Liste: Die Früchte der langen OG-Arbeiten ernten und zwar in Form der Dachabsenkung. Und als zweites das Betonieren des einen Teilbogens für das Eingangsportal. Zu diesem Zwecke ist Joni Donnerstag Abend angereist. Ich habe noch am Freitag um 7 mit Anton Schmidt, meinem coolen Dachdecker, abgemacht, damit er mich instruieren kann, wie ich das Dach entlang der Trennlinien abdecken kann. Leider hat meine kleine Camera gerade ein Staubkorn innen an der Linse, darum immer dieser blöde schwarze/dunklere Bereich auf den Bildern.

Freitag, 19.8.2010

Freitag morgen haben wir dann mit den Vorbereitungen für die Dachabsenkung begonnen. Dazu habe ich auf dem dach entlang der Trennlinien der Dachpartie jeweils zwei Reihen Eternitplatten entfernt. Das kann man recht entspannt mit einem speziellen Werkzeug, mit dem man unter den jeweiligen Ziegel fährt und bei einem der zwei Nägel einhakt, mit denen der Ziegel oben auf den Dachlatten festgenagelt ist, und dann mit einem geziehlten Hammerschlag diesen Nagel durchtrennt. Auf dem Foto links kann man das Werkzeug knapp sehen.

In der Zwischenzeit hat Joni die Holzlatten, welche die Seiten des aufgestellten Daches gebildet haben, und sonstiges, störendes Material entfernt. Nach einem kurzen Pasta-Zmittag haben wir noch das Spenglermaterial (Bleche, Regenrinne, Kamineinfassung) entfernt und teilweise weggeflext. Im Anschluss mussten wir unsere Arbeit kurz unterbrechen, da wir noch Baumaterialien für die Dachabsenkung (weitere Bauspriesse) und den Samstag organisieren mussten, an dem die Betonierung des Teilbogens anstehen wird. Das waren ca 1 Kubikmeter Betonkies, Zement, Schaltafeln etwas neues Werkzeug, ausserdem ein Lochband für später am Abend, mit dem wir die Sparren an der Firstpfette festgenagelt haben, damit uns das Dach nicht wegrutscht, wenn wir es dann schlussendlich absenken.

Nachdem das Material endlich eingefahren war, haben wir uns an den Endspurt der Dachabsenkung gemacht. Zuerst habe ich die Sparren fixiert, dann haben wir die Ständer, welche die Sparren auf der Mittelpfette abstützten, herausgeschlagen. An der westlichen Trennlinie der Dachpartien haben wir einen Sparren seitlich etwas abgehobelt, da beim Aufstellen ein neuer Sparren parallel eingezogen wurde, welcher extrem nah neben dem abschliessenden Sparren der westlichsten Dachpartie platziert wurde, so dass diese nach der Absenkung direkt nebeneinander zu liegen kommen werden und die entstehende Reibung zu einem Problem beim Absenken werden könnte.

Dann war es soweit. Durch drehen an den Bauspriessen - vier an der Zahl - haben wir eigenlich fast innerhalb einer Stunde die 70 cm (gemessen an der Fusspfette) abgesenkt. Ab und zu musste man die Bauspriesse auswechseln, da das Gewinde eines jeden einzelnen nur etwa 30 cm lang ist. Dann muss man den Zapfen ein Loch weiter setzen. Östlich mussten wir noch einen Sparren herausschlagen und einen Ecke aus einem weiteren heraussägen, da dieser sonst auf dem Ringbalkensystem aufstehen würde. Eigenlich wäre es damit auch schon getan gewesen, leider sassen die zwei Sparren an der westlichen Trennlinie so knapp nebeneinander, dass man ruhig noch ein paar Millimeter mehr weghobeln hätte können: Das Dach hat sich dort festgeklemmt und wollte die letzten 10 cm einfach nicht kommen. Auch hebeln mit dem "Räubereisen", wobei ich zwischendurch mal komplett mit der Holzleiter abgerutsch bin, hat nicht viel bewirkt. Sogar eine Flaschenzugkonstruktion, mit welcher wir das Teildach etwas nach Osten ziehen wollten war erfolglos. Zu allem Übel hat es noch begonnen zu regnen, was die Sparren hat aufquellen lassen und somit die Reibung noch erhöhte. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mit Stirnlampe im Dunkeln und bei Regen aufs Dach zu steigen und möglichst viel Widerstand zu entfernen. Unter anderem hatten sich auch noch ein paar Falze vom alten Blechdach an der Dachlattenkonstruktion verklemmt, welche das Eternitdach trägt. Schlussendlich haben wir dann die letzten Zentimeter mit Hüpfen von oben und hebeln unten auch noch überwunden und das Tageszielbier konnte geschüttet werden.

Samstag, 20.8.2010


Das aufwendigste an Betonierarbeiten ist das Erstellen einer guten Schalung, insbesondere, wenn es keine einfachen Wände sind. Bei komplexeren Strukturen muss man sich ausserdem Gedanken machen, wie man den Beton geschickt einbringen und auch gut verdichten kann. Am Samstag stand der südliche Teilbogen des Portals an, welcher innerhalb des alten Türtunnels zu liegen kommt. Nach einem anfänglichen Vermessen haben wir zuerst das alte Mauerwerk angespitzt, damit sich dieses gut mit dem Beton verbinden kann. Dann haben wir begonnen die Unterkonstruktion des Bogens zu zimmern, auf welche wir die Latten schrauben, welche den Bogen bilden. Dann haben wir innenseitig die seitlichen Schalung angebracht. Aussen habe ich eine Einschubskonstruktion hinter zwei Balken erstellt, in welche man ca 70 cm hohe Betonierabschnitte einschieben konnte. Ausserdem habe ich noch drei Armierungseisen für die Innenseite des Bogens vorbereitet.

Über all diesen Arbeiten wurde es 19:00 bis wir schlussendlich den Betonmischer anwerfen konnten. Nach etwa drei vollen Maschinen (je 50 kg Zement, 23 Liter Wasser und Zuschlag bis zur richtigen Konsistenz) war die Konstruktion gefüllt und verdichtet. Pro Maschine haben wir etwa 30 Minuten gebraucht.

Zwischendurch hat uns Mama ganz lieb ein Znacht vorbeigebracht, welches uns Bauarbeiterburschen wie gerufen kam. Ausserdem haben wir für am Sonntag abgemacht, da wir dort einen architektonischen Rundgang in Tschlin machen wollten, um ein paar Hausfarbenreferenzen zu begutachten.

Am Dienstag der darauffolgenden Woche habe ich noch den restlichen (nördlichen) Bogenabschnitt betoniert, sodass bald das komplette Portal ausgebrochen werden kann.

Den Verlust des Briefkastens hat übrigens Josch auf ganz herzige Weise mit einem Briefhaus kompensiert.

Montag, 16. August 2010

Sturz Bad, Balkon West, Rissprotokoll

Der Westbalkon ist weg, wie man unschwer auf dem Foto erkennen kann. Die Aktion hat Bezzola/Denoth in einem Tag abgewickelt (zwischenzeitlich hiess es einmal, dass es länger und teurer würde). Dazu sind zwei Italiener sind mit schwerem Gerät angerückt. Und bis zum Mittag war eigentlich fast schon der gesamte Balkon weg.

Ausserdem ist noch Peter Brem, unser Statiker, spontan vorbeigekommen (er wollte eigentlich erst am Mittwoch kommen) und hat unsere Arbeit in BA 2 sehr gelobt. Bestellt habe ich ihn insbesondere wegen dem schlussendlichen Eingangsportal (Westen), welches ja vergrössert wird. Zu meiner Freude gibt es weniger Arbeit, als ursprünglich gedacht, da wir doch nicht von Oben betonieren müssen, sondern von unten betonieren und dann den Bogen ausbrechen können. Auch für die Nerven ist das angenehmer, als wenn man ein riesen Loch in der Fassade hat. Ein anderer Punkt war das Abtragen des Mauerwerks über dem Sturz im Bad BA 2, um die Balkontüre abschliessen zu können. Auch dort kein Problem - theoretisch könnte ich schon damit anfangen. Ich werde jedoch das Mauerwerk noch ein wenig aushärten lassen und diese Arbeit nach meiner nach meiner nächsten Züriwoche angehen.

Damit die Herkunft eventueller Schäden am Haus 200 (das Haus, welches direkt an unseres angebaut ist) wärend der Arbeiten an der Westfassade eindeutig bestimmt werden kann, habe ich beim Kreisamt ein sogenanntes Rissprotokoll beantragt, welches Andri Poo letzte Woche aufgenommen hat.

Letztes Wochenende habe ich noch den Sturz im momentanen Bad betoniert und gestern (Montag) aufgemauert. Damit kann  - wie schon oben erwähnt - die Balkontüre OG BA 2 in Angriff genommen werden.

Was anderes: Auch das Aushärten von Beton ist, wie so viele natürliche Prozesse, nichtlinear. Man kann von einer exponentiellen Funktion ausgehen - etwas ähnlich wie 1-e^(-t). In den ersten drei Tagen steigt die Festigkeit am schnellsten und nach etwa zwei Wochen hat der Beton schon etwa 3/4 der Endfestigkeit erreicht.

Samstag, 31. Juli 2010

Einziehen von Sturz in Mauerwerk Rotes Zimmer

Um meine zweiwöchigen Ferien von meinem regulären Job zu beschliessen habe ich mir noch einen kleinen Nervenkitzel aufgespart: Das Einziehen eines Betonsturzes in die Bestandsmauer Süd über dem geplanten neuen Fenster, welches neben dem Bestandsfenster im roten Zimmer plaziert ist. Dazu habe ich das 60 cm dicke Mauerwerk an der Stelle des Sturzes bis zur Hälfte der Mauer aufgespitzt, gereinigt, eine Schalung eingepasst, Eisen vorbereitet, mit Abstandssteinen fixiert und schlussendlich betoniert. Genau als ich den letzten Eimer in die Schalung geleert habe, kam mein kleiner Cousin Philipp mit seiner Freundin von einer Wanderung zurück. Draussen war ein Traumwetter, von dem ich, da ja das Fenster in diesem Raum noch nicht durchgebrochen ist, nichts abbekommen habe. Was für zwei intensive Wochen.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Tiefersetzen Fenster Bad BA 2 EG

Nachdem das Fenster des roten Zimmers nun geschlossen ist und aushärten kann, mache ich mich nun endlich an das Fenster im Bad, vor dem ich mich immer ein wenig gedrückt habe, da die Arbeiten an diesem einen direkten Einfluss auf das tägliche Wohnen haben. Das Tiefersetzen hat nämlich zu Folge, dass das Bad besser einsehbar wird. Die ständige Frischluft ist da eher weniger Problematisch.

Die Höhe des geplanten Fensters liegt fast auf der Höhe des heutigen Fussbodens, darum musste ich auch etwa 30 cm Bestandsmauerwerk entfernen, was ich ohne E-Hammer erledigt habe, da man das Mauerwerk, wenn es nicht unter Last steht auch gut von Hand auseinandernehmen kann.

Im Anschluss habe ich die Leibungen in Bruchstein saniert. Dazu muss man das Mauerwerk auskratzen und von altem Mörtel entfernen und mit einem Pinsel entstauben, dass sich der frische Mörtel gut damit verbindet. Diese Arbeit ähnelt sehr der eines Archäologen, man ist ständig am Pinseln und Pusten.

Sobald der Bruchstein saniert war, habe ich die restliche Höhe der Leibungen mit Kalksandstein hochgezogen und aussen einen vorgespannten Betonsturz eingezogen, gegen den ich dann später einfach betonieren kann. Somit spart man sich die äussere Schalung, das hat sich schon im UG bewährt.

Schliessen Fenster Rotes Zimmer

Nach der vielen Aktionen im OG habe ich nun meine Aktivitäten wieder ins EG verlagert. Dort steht auch noch die Anpassung der Fenster auf dem Programm. Besonders im Roten Zimmer muss mit den Arbeiten mal begonnen werden, da die Betonstürze erst nach drei Wochen ausgeschalt/voll tragfähig sind. Darum habe ich das Planungsfenster vermessen und das Bestandsfenster aussen mit Poroton und innen mit einer Lage Kalksandstein verschlossen, sodass ich, wenn es ein paar Tage ausgehärtet ist, den Sturz aus dem Bestandsmauerwerk ausbrechen und einen Sturz direkt in das an dieser Stelle 60 cm dicke Mauerwerk einbetonieren kann.
Um nicht wieder wegen Rissen nervös zu werden, habe ich bei dieser Gelegenheit alle Risse mit Gipsplättchen versehen, dann sieht man sofort, wenn sich etwas bewegt.

Dienstag, 20. Juli 2010

Aufmauern BA 2 OG


Nach der sehr guten Vorarbeit mit Corinna, Joni und Roller konnte ich in der darauffolgenden Woche die Mauer sehr schnell hochziehen. Die Mauer musste so hoch werden, dass die Oberkante des ehemaligen Fussbalkens auf die frühere Höhe der Fusspfette zu liegen kommt, damit es keine Verwerfungen im Dach gibt, wenn es später abgesenkt wird. Darum musste  jeder Ziegel der obersten Lage zugesägt werden, da das Dach auch nicht hundertprozentig horizontal und der Fussbalken keinen konstanten Querschnitt aufweist. Bevor ich jedoch die letzte Lage Ziegel setzen konnte, musste ich noch die Stürze des Fensters und der Balkontüre betonieren. Dabei kam die Klammerschalungstechnik, welche sich schon bei der Betonierung des Mauerabschlussbandes bewährt hat, zu Anwendung. Zu guter Letzt habe ich eines schönen Abends mit Werner und dem Mann der Schwester von Helen den Fussbalken auf die Mauergehoben und ihn somit offiziell zur Fusspfette befördert.

Sonntag, 18. Juli 2010

Hardcore Wochenende #1 (Betonband und Mauer OG BA 2)


Die letzten Wochen habe ich unter anderem (Baumobil MB 100 D) darauf verwendet, Material für dieses Wochenende zu organisieren. Ziel ist es, die Mauer im OG BA 2 hochzuziehen, sodass am Schluss das Dach wieder darauf heruntergelassen werden kann. Corinna, Joni und Roller haben sich das nicht entgehen lassen Wollen - wahrscheinlich hatten sie genauso wenig Ahnung, wie hart der Samstag wird, wie ich.

Am Freitag habe ich mit meinem am Donnerstag überführten neuen "Oh Lord wan't you buy me" 5 Paletten 36er T11 Poroton, 12 Säcke Zement und 0.4 Kubikmeter 0-16er Kies herangeschafft. Am Abend haben wir die Ruhe vor dem Sturm in dem noch ahnungslosen Obergeschoss und auf dem noch ahnungsloseren Balkon genossen. Am Samstag ging es dann recht früh los. Zuerst haben wir Jonis und meine Dachabstützung getestet, indem wir einfach alle verbliebenen Holzständer herausgenommen haben. Es hielt. Im Anschluss haben Joni und ich den Balkon entfernt, das war eine Sache von 30 Minuten.

Den Balken, welcher als Mauerabschluss fungierte und mit der Östlichen Holzkonstruktion verstrickt war, herauszutrennen, war nicht ganz einfach, da man in solchen beengten Situationen nicht so gut sägen kann und wir auch kein passendes Elektrowerkzeug zur Hand hatten. Diesen Balken haben wir dann nach innen gelegt, da er dann später auf der Mauer als neue Fusspfette sein Dasein fristen wird. Das Mauerwerk darunter musste dann für das Beetonieren vorbereitet werden. Bei der Remise war das Mauerwerkt noch nicht richtig abgeschlossen, da die Mauer im EG ursprünglich nicht komplett bis zu BA 3 durchging. Dieses Stück habe ich schnell mit ein paar Kalksandsteinen geschlossen. Luzia hat uns zu unserer grossen Freude mit einem riesen Topf Spaghetti über Mittag versorgt.

Im Anschluss ging es gleich weiter. Als nächstes musste die Schalung vorbereitet werden, denn nach Absprache mit dem Statiker sollte die Wand auf der Höhe des Bestands-OG-Fussbodens mit einem Stahlbetonband abgeschlossen werden, was die Steifigkeit der Mauer entschieden verbessert. Dieses Betonband dient auch gleich als Ausgleichsgrund für die darauf aufbauende Mauer. Das Bauen der Schalung und vorbereiten der Eisen hat bis ca 18:00 gedauert - dann konnte endlich der Betonmischer angeworfen werden, welchen zuerst Corinna (in Ballerinas!) und ich und später Rolf und ich bedient haben. Joni hat den Betoniervorgang im OG gehandhabt (verdichten etc.). Um 21:00 und ein Gewitter später war der Spuk vorbei. Wir haben dann mit Helen noch ein spätes, aber schönes Znacht genossen.

Am Sonntag haben wir es dann ruhig angehen lassen und mit dem Hochziehen der Mauerbegonnen. Dafür musste die erste Reihe der Steine präzise gelegt werden, Abweichungen später auszugleichen ist schwierig. Ich habe noch für die östliche Holzkonstruktion einen Anker in die Fugen gelegt, damit BA3 mit der Zeit nicht abwandern kann. Ein Glück im Unglück kam mir noch zur Hilfe: Eigentlich hatte ich sogenannte halbe Anfänger bestellt, das sind halbe Steine, die jede zweite Lage abschliessen. Irgendwie haben die Leute bei dem Baumateriallieferanten mich jedoch falsch verstanden und ganze Anfänger geliefert. Als Entschädigung haben sie mir dafür eine Steinsäge mitgegeben, welche sich als goldwert herausgestellt hat, denn man kann mit dieser zum Beispiel gerade die Leibungen der Fenster- und Balkonöffnungen perfekt zusägen.


Somit war die Vorarbeit für die Fertigstellung der Mauer getan. Und ich bin sehr dankbar für die unschätzbare Hilfe - grazcha fichun!

Sonntag, 11. Juli 2010

Fenster UG BA 2 abgeschlossen

dDie Fenster im UG BA 2 sind nun mit innen mit Kalksandstein aufgemauert. Somit ist es um die Statik der Südmauer wieder bestens bestellt, wenn sie sich sogar nicht in einem besseren Zustand als davor befindet. Am östlichen Ende habe ich nicht ganz bis zum Rand vorgemauert, somit lässt sich der Deckenbalken direkt einhängen. Die Wand ist an dieser Stelle sowieso 60 cm plus dick - da reichen die über 40 cm Kalksandstein.

Mittwoch, 23. Juni 2010

4 m3 Aushub, Fensterstürze Innen UG BA 2 Betoniert

Anfang der Woche habe ich Alberto sein Fahrrad übergeben, das ein Kreis um Mama ihm spendiert habe. Ich war der Organisator und Überbringer. Besorgt habe ich es in einem Veloladen, bei dem Jones gearbeitet hat: Ein Projekt der Stadt Zürich, welches Leuten eine bessere Integration im Leben ermöglichen soll. Naja, auf jeden Fall hat sich Mehari nicht vom Bedanken abhalten lassen und hat voller Tatendrang angefangen, den sich am Ende schlussendlich auf vier Kubikmeter belaufenden Aushub aus dem UG in BA 2 in die bestellte Mulde zu befördern. Ich habe währenddessen die Schalungen für die Leibungen und Fensterstürze auf der Innenseite im UG vorbereitet. Am Dienstag haben wir dann die erste Hälfte betoniert, am Mittwoch habe ich dann die Betoniererei mit der Hilfe von Werner, welcher mir die Eimer mit dem Beton hereingereicht hat, abgeschlossen. Ich habe die Stürze mit einem sogenannten C 20/25/XC1 Beton betoniert, welcher sich bestens für erhöhte statische Anforderungen eignet. Bei einem trockenen Korngemisch besteht dieser aus 50kg Zement und 23 Liter Wasser. Korngemisch wird soviel hinzugefügt, bis sich die gewünschte Konsistenz einstellt. Wenn man keinen Mechanischen Rüttler zur Verdichtung zu Verfügung hat und nur manuell verdichten kann, dann achtet man darauf, dass der Beton nicht zu steif ist (weicher Beton). Wichtig ist auch, dass man seitliche Schalunen frühestens nach drei Tagen, tragende nach drei Wochen ausschalt. Noch wichtiger ist, dass man den Beton sorgfältig nachbehandelt. Das heisst, dass man verhindert, dass der im Beton enthaltene Zement nicht verhungert, wenn das oberflächennahe Wasser verdampft. Das erfüllt eine Schalung sehr gut, offene Flächen müssen jedoch vorsichtig benässt und mit einer Blache vor dem Austrocknen geschützt werden. Ich habe schon mehrmals die Bildung von Schwindrissen beobachten können, die ich dann später mit einer solchen Nachbehandlung in den Griff bekommen habe.

Dienstag, 22. Juni 2010

Tools und Dachabstützung OG BA 2

 

Lange ist es her, aber die Bau- und Organisationsaktivitäten lassen mir wenig Zeit, die Fotos zu sortieren und einige Zeilen dazu zu schreiben, obwohl es gut wäre, wenn man dies noch erledigt, solange alles noch präsent ist. Zum Beispiel jetzt musste ich in den Bildern nach dem genauen Datum in den Bilder schauen, wann ich denn genau den Betonmischer, die Bauspriesse, Armierungseisen etc. von Fabio geholt habe. Das wird so um den 17.6 gewesen sein. Am Wochenende darauf waren Joni und Hina da. Joni und ich haben demnach am 21.6. die restlichen Reste der zwei Zimmer im OG BA 2 entfernt, um das Dach abstützen zu können. Das obige Bild zeigt das Resultat.

Samstag, 5. Juni 2010

Schigliana Films

Am 5.6. haben Werner und ich die erste Veranstaltung von Schigliana Films - spezielle Filme an speziellen Orten - veranstaltet. Wir haben Schtonk gezeigt. Dazu habe ich die zwei Räume im OG BA 2 in einen Zustand gebracht, der eine Filmvorführung ermöglicht. Das beinhaltete das Entfernen der letzten Holzfaserplattenreste der Südwand, das Wegspitzen des Kaminanschlusses, der einst benötigt wurde, damit Fridolin Bearth seinen Gasofen betreiben konnte. Das Kupferrohr, welches sich vom Keller bis ins OG BA 2 gezogen hat, war damit auch erklärt, bzw. wurde dadurch klar, dass es sich um einen Gasofen handelte. Der Kamianschluss war auch mal wieder speziell: Zwar im äusseren Erscheinungsbild recht solide, das einbetonierte Zementrohr war jedoch erschreckend nah an der Dachkonstruktion platziert.

Der Abriss der zwei Zimmer im OG BA 2 hat insgesamt 25 110 Liter Säcke voll mit Hobelspänen produziert, welche ich dank Werners Anhänger in nur zwei Fuhren runter zum Crüzer fahren konnte.

Sonntag, 30. Mai 2010

Demontage OG BA 2, Grillieren à la Jeffi

Am Samstag habe ich begonnen, die beiden Zimmer im OG BA 2 - ehemals das Schlafzimmer von Fridolin und Martha Bearth - endgültig zu demontieren. Die Gründe dafür sind vielfältig.
  • Zum einen ist die additive Bauweise nicht brauchbar, da sie eine Renovation verunmöglicht und unglaublich viel Raum verschwendet: wir haben teilweise Fussboden-/Deckendicken von über 50 cm gemessen. Das macht über 10 Kubikmeter auf 20 Quadratmeter.
  • Zum anderen sollen die Stockwerkshöhen von BA 1 und BA 2 angeglichen werden, was in BA 2 passiert, damit im Falle einer späteren Zusammenlegung der zwei Wohnungen einheitliche Geschosspositionen über das gesamte Gebäude herrschen.
  • Ausserdem profitiert die Fassade davon, da durch die Herabsetzung der Geschosse in BA 2 das Dach wieder in den ursprünglichen Zustand abgesenkt werden kann: Die Fenstern in BA 1 und 2 können auf einem ähnlichen Niveau angebracht werden, man erhält eine durchgehende Trauflinie und man muss nicht mitten in der Fassade ein Fallrohr anbringen, da das Dach an einer Stelle (und zwar hinten) entwässert werden kann.
Zur Absenkung des südlichen Daches im OG BA 2 muss natürlich die Südwand entfernt werden. Früher war diese Südwand auch einfach nur eine typische gelattete Tablà- (Scheunen-) Wand, im Zuge der Aufständerung wurde diese jedoch durch eine Holzständerkonstruktion ersetzt. Diese wurde von aussen mit Heraklith (Holzfaserplatten mit Zement) versehen und dann verputzt. Die beiden Zimmer wurden auch in einer Holzständerbauweise einfach in die Scheune gestellt und von beiden Seiten mit Brettern verschalt. Zwischen diesen Brettern wurden zu Isolationszwecken Hobelspäne eingefüllt, welche wahrscheinlich zum Schutz vor Schädlings- und Pilzbefall mit einem mysteriösen weissen Pulver versetzt wurden. Die meissten Recherchen im Internet ergaben, dass dieses Pulver höchstwahrscheinlich das ungefährliche Borsalz sein, welches zu diesen Zwecken in genau solchen Konstruktionen verwendet wurde. Man weiss jedoch nie, darum haben wir mit Staubschutzmasken gearbeitet. Die Isolation war jedenfalls ziemlich für die Katze, da die Vorgänger nicht daran gedacht haben, dass sich Hobelspäne mit der Zeit setzen. Somit waren nur die zwei unteren Drittel gedämmt.

Begonnen haben Rolf und Josch mit der Entfernung der südlichen inneren Beplankung, ich habe in der Zwischenzeit die zuvor angefallenen Bretter hinter dem Haus versorgt, bis sie in der baldigen Zukunft nach Klosters gefahren werden, um im Winter Rolfs Maiensäss zu wärmen.

Bald konnten wir beginnen, von innen gegen die Heraklithplatten zu schlagen, um den Putz zu lösen. Josch hat unten aufgepasst, dass keine Menschen oder Autos zu Schaden kommen. Die anfallenden Platten haben wir auf die Strasse geworfen, von wo wir sie in die Mulde verfrachtet haben. Nach zwei Stunden war fast die gesamte Südwand frei und die Zimmer haben sich in etwas grössere Freiluftterrassen verwandelt. Nach dieser Aktion war die zweite Mulde voll.

Am Freitag Abend ist Jeffi angekommen, ein alter Freund aus Zweierbarzeiten. Jeffi hat, während wir die Südwand freigelegt haben, sich in der Küche kulinarisch betätigt und eine Menge hervorragender Köstlichkeiten vorbereitet, denn eigentlich war für den Abend das Baubeginnfest angesagt, jedoch haben nach und nach leider alle abgesagt. Wir haben uns jedoch nicht irritieren lassen, auch als es zu regnen begann, und Jeffi und Josch haben aus einer alten Mörtelwanne und Eisenstäben, welche einmal in dem elektrischen Stüvaofen waren, einen Grill gebastelt, um den sich später alle versammelt haben. Der harte Kern bestand schlussendlich aus Rolf, Jeffi, Luzia und Uli.


Freitag, 28. Mai 2010

Statik und Demontage "Rotes Zimmer"

Für die Versetzung des östlichsten Fensters in der Südwand im EG BA 2 muss die südliche Umfassungswand freigelegt werden. Am Nachmittag haben Josch und ich mit der Demontage des sogenannten roten Zimmers (rot, weil der Fussbodenbelag das Zimmer komplett rot erscheinen lässt) begonnen, später ist noch Simon eingestiegen und Josch musste wieder weg. Die Arbeit abgeschlossen haben Rolf und ich. Die Bestellung einer neuen Mulde wurde definitiv notwendig. Unglaublich wieviel Material die verbaut haben. Da freue ich mich auf unseren Innenausbau, der sich auf Putz, Kalk und etwas Holz beschränkt und möglichst die ursprüngliche Substanz für sich sprechen lässt.

Der Raum war mit Pavatexplatten getäfert, welche auf einer Traglattung montiert waren, die wiederum auf eine mit Steinwolle ausgefachten Ständerkonstruktion befestigt waren. Diese Ständerkonstruktion hingegen besass auch wieder einen "Respektabstand" zum wirklichen Baukörper, d.h. zu der südlichen Umfassungswand und alte Deckenbeplankung. Zum Gang hin ist die Ständerkonstruktion mit "wunderschönen" 70er Jahre Saunatäfer verkleidet. Man kann sich eine Vorstellung davon machen, wenn man das nebenstehende Bild betrachtet, welche den Blick durch das ehemalig rote Zimmer auf das Bad zeigt. Diese zwei Zimmer wurden mit einem ordentlichen Raumverlust hineingestellt.


Links ist die freigelegte Südmauer (EG BA 2) des roten Zimmers zu sehen. Früher waren die letzten 1.5m wahrscheinlich hölzern (gelattet). Dieses Stück wurde mit Ziegeln aufgefüllt, wie sich später jedoch zeigen wird, nicht komplett: Eine Ziegelreihe innen, eine aussen, dazwischen Luft. Die Mauer ist in dem Bereich des grossen Fensters auch zwischen 50 und 60 cm dick. Oben im Bild sieht man noch die Untersicht der alten Decke der Schreinerei, welche sich im EG BA 2 befunden hat. Teils findet man noch bleistiftene Rechnungen an den Holzwänden.

Auf den Donnerstag (gestern) hatte ich einen Termin mit dem Statiker, Peter Brem, gelegt, welcher die Statik dieses Projekts betreuen wird. Der Kontakt zu ihm ist auch wieder auf lustige Art und Weise entstanden. Über einen Freund von Miri wurde ich an den Vater eines Studienkollegen dieses Freundes verwiesen, eben dieser Peter Brem. Später hat sich herausgestellt, dass er auch die Sanierung der alten Gewölbe von Roberto und Vres altem Haus in Aschera betreut.

Dieses erste Treffen diente dazu, dass er sich mit der Substanz vertraut machen kann und wir eventuelle Unklarheiten ausräumen können. Ausserdem hatten wir schon eine Liste mit dringenden Fragen, welche einer fachkundigen Antwort bedurften.

Summa summarum war es ein sehr schönes Treffen, denn Peter Brem ist genau die Sorte Mensch, die Simon und mir besonders Sympatisch ist: sehr kompetent, sehr humorvoll, jedoch in einer dezenten Art und Weise. Solche Leute könnten sehr gut eine Professur innehalten, machen es jedoch vielleicht aus Idealismus nicht, sondern freuen sich über die Arbeit in der Praxis, was man sofort merkt. Allein in diesem ersten, schnellen Durchgang wurden so viele Probleme und Fragen gelöst, die auf langjährige Erfahrung besonders in dieser Region (regionale Felsproblematiken, regionale Bauweisen) schliessen lassen. Wir haben diese Begegnung protokolliert. Für alles weitere (Bewehrungspläne, Detaillösungen, etc.) sollen wir uns einfach an ihn wenden.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Pavatex und Fundsachen

Am Dienstag habe ich mich für die weitere Etappe vorbereitet. Diese beinhaltet die Fensterpositionen im EG BA 2 und das OG BA 2. Für die Fenster habe ich schon Betonstürze organisiert. Ausserdem eine Menge Administratives erledigt: Eine Mulde auf Mittwoch bestellt, mit Fabio einen Termin abgemacht (auch wenn er diesen wieder nicht eingehalten hat), die offizielle Baubewilligung, welche nach mehr als 12 Wochen eingetroffen ist, durchgesehen. Ausserdem eine weitere Offerte bei Linard Quadroni angefordert, eine Quelle für Amierungsstahl ausfindig gemacht (im Magazin von Fabio kann ich Material beziehen und aufschreiben lassen) und versucht die GVA (Gebäudeversicherung) zu erreichen, da ich eine Versicherung für die Bauzeit benötige.

Auf Donnerstag (heute, in 45 min) habe ich noch einen Termin mit Peter Brem (Statiker) gemacht, um sich das Projekt anzusehen und uns zu beraten, da gerade auch Simon da ist. Ausserdem benötige ich für die Arbeit der Dachabsenkung ein statisches go/no go.

Handwerklich habe ich die Heizungen im Bad und dem "Roten Zimmer" im EG und den Zimmern im OG BA 2 vom Strom abgehängt und demontiert.

Am Abend ist Simon gekommen und wir waren bei Flurin Bertschinger um seine feine Rhabarberwähe zu vernichten, zu der auch später noch Annina Sedlacek, Roberto und Vre gekommen sind, wobei für die letzten beiden leider schon nichts mehr übrig war.

Mittwoch am Morgen wurde ich früh von Josch geweckt, da wir zum Arbeiten abgemacht haben, bevor er in die Schule geht. Kurz darauf ist auch die Mulde eingetroffen und wir haben nach einem Kaffee eine Stunde lang Abbruchmaterial in die Mulde gefüllt, welche dadurch schon recht voll wurde. Vor dem Mittagessen habe ich noch die Werkstatt aufgeräumt, da durch die Entsorgung wieder wesentlich mehr Platz frei wurde.

Nach dem Mittagessen habe ich begonnen, in den Zimmern im OG BA 2 die Pavatexverkleidungen abzunehmen, den Türstock zwischen den beiden Zimmern und die Fensterstöcke herauszubrechen und die Verkleidung der Dachuntersicht über dem Balkon wegzuhebeln. Währenddessen ist Rolf gekommen. Nach einem Begrüssungskaffee habe ich mit Simon das gesamte Material vom Balkon geworfen und in die Mulde geschafft. Unglaublich wie viel Material so eine billige Pavatexverkleidung benötigt mit all denen bescheuerten Kaschierleistchen etc.. Die Mulde war danach auf jeden Fall voll.

Während dem Entfernen der Pavatexverkleidungen bin ich auf ein Bild von Fridolin Bearth gestossen, der mit seiner Frau Marta in diesen zwei Zimmern gehaust hat. Dieses Bild, welches Fridolin als Rekruten zeigt, hat mich dazu inspiriert, weitere historische Bilder und Fundsachen zu veröffentlichen.

Das oberste Bild zeigt den ursprünglichen 70er Jahre Treppenaufgang im Westen (Foto: Lina Fried), das zweiteoberste Bild (Foto: Lina Fried) zeigt die Taubstumme, welche in dem ursprünglichen Werrohaus (drittes Bild, Foto: Lina Fried) gewohnt hat und vor welcher alle Kinder im Dorf Angst hatten. Das fünfte Bild zeigt Schimun Mayer, sowie auch das sechste, welches ihn beim Schneeschaufeln vor Linas Haus zeigt. Beide Fotos habe ich hinter dem Stromkasten gefunden.



Technische Notiz: Strassenseitig platzt bei Linas Haus der Verputz ab. Das habe ich als Gelegenheit wahrgenommen, um die Gründe für die schlechte Beständigkeit ihres Verputzes zu eruieren, denn auf ihrer Fassade sind die Umrisse der Platten deutlich sichtbar, was ich um jeden Preis vermeiden möchte. Der Grund dafür ist einfach: Die Armierung ist ein stinknormaler Metallgitter-Putzträger (Hasen-/Hühnerdraht). Dieser ist viel zu flexibel (Metall, zu grosse Maschengrösse/Drahtabstand)  für diese Anwendung.

Freitag, 21. Mai 2010

UG Aussen fast fertig, grosse Werkstatt

Letzten Freitag habe ich die Wand für die Tiefersetzung des westlichen Südfensters UG BA 2 ausgebrochen und teilweise schon wieder aufgemauert. Ausserdem habe ich noch das Fenster in der "Sauna" - dem Hausanschlussraum - für die Formatanpassung vorbereitet und einen Holzrahmen gezimmert, welcher einen sauberen Mauerwerksabschluss ermöglicht, welcher den Fenstereinbau erleichtert.

BA 2 bedeutet Bauabschnitt 2 für diejenigen, die mit unserer Nomenklatur noch nicht vertraut sind. BA 1 ist der traditionelle Wohnteil, also der westliche Teil des Hauses, BA 2 ist der ehemalige tablà, also die Scheune, welche in den 70ern schon so fies ausgebaut wurde und BA 3 ist die sogenannte Remise, der östlichste Annex in Holzbauweise.

Am Samstag habe ich dann die am Freitag maltraitierten Mauerteile der Planung entsprechend wieder verschlossen. Damit sind die grössten Arbeiten, welche für die Aussendämmung des UGs nötig sind, abgeschlossen. Es bleibt einzig die Anpassung des Fensters der Chaminada (Speisekammer) und die Zementierung der Fensterbänke innen, welche im Zuge der Betonierung der inneren Stürze ausgeführt werden.

Am Sonntag habe ich zusammen mit Annina den komischen Einbauraum im EG von BA 3 herausgerissen. Damit wurde der Raum zu einer richtig schön grossen Werkstatt, bei der auch die grossen Fenster endlich richtig zum tragen kommen. Jetzt fehlt nur noch eine richtige Werkbank. Evtl. kann ich von Jonas' Grossvater eine ausleihen, bis er selber einen Ort dafür gefunden hat, was wahrscheinlich eher in ein paar Jahren der Fall sein wird. Das wird sich Ende Mai herausstellen.

Ausserdem ist die erste Offerte für die Aussendämmung der Süd- und Westfassade von Bezzola-Denoth/Scuol eingetroffen. Jedoch nicht bei mir, sondern bei Herrn "Somon" Wiesmaier in Berlin. Jetzt fehlt nur noch die von Fabio. Damit wären wir auch schon bei den Aufgaben für Heute:
  • Weitere Offerten bei Markus Wetzel, Maurerarbeiten, Pradella, 7550 Scuol, 081 864 97 48 und L. Quadroni SA, Hoch-& Tiefbauunternehmung, 7556 Ramosch, 081 866 31 60 vorbereiten (mal anrufen und abklären)
  • Zementmischer bei Fabio auf Dienstag bestellen und gleichzeitig nach Sand- und Armierungsquelle fragen.
  • Mulden für a) leichte Abfälle und b) Terrain auf Dienstag bestellen
  • Mögliche Sandquelle: Koch AG, Impraisa fabrica & transports, Plan da Muglin, 7556 Ramosch, 081 866 32 92 

Mittwoch, 12. Mai 2010

Östliches Fenster UG BA 2 tiefergesetzt

Letzten Samstag hat der Umbau definitiv begonnen. Mit dem Ansetzen des Abbruchhammers an der Innenseite der Kellermauer unterhalb des östlichen Kellerfensters ist aus Theorie Praxis geworden. Das Mauerwerk ist sehr alt, der Mörtel hat eher die Bezeichnung Sand verdient, trotz der ca 50 bis 60 cm dicken Mauern hat mich bis Sonntag Nachmittag das mulmige Gefühl der absoluten Gebäudedestabilisierung nicht mehr verlassen. Zum Glück haben wir sehr viel Fotomaterial der Fassaden, welches ich zur Abgleich der Setzungsrisssituation herbeigezogen habe. Die Sorgen waren absolut unbegründet, auch Roberto als alter Engadinhausfachmann hat mich beruhigen können (und mir noch ein paar wertvolle Ratschläge zum Mauern gleich mit dazu gegeben). Meine Reaktion war sozusagen initiationsbedingt, denn wenn man ein Projekt eines solchen Umfangs anfängt, dann wird einem dies in solchen Momenten besonders bewusst. Von der parallelen Bearbeitung beider Fenster habe ich aus Sicherheitsgründen Abstand genommen und somit habe ich am Samstag den Ausbruch und die Aufmauerung bis zum neuen Sturz und am Sonntag den Rest ausgeführt, dann waren meine Mörtelvorräte erschöpft, denn die Restauration der Seiten der Kalksandsteinaufmauerung mit Bruchstein ist sehr mörtelintensiv (wie schon beschrieben).

Aufgrund des Zustandes des Gemäuers ziehe ich eine Aufmauerung im OG mit Ytong Porenbetonsteinen in Betracht, da diese eine wesentliche tiefere Dichte besitzen, als Kalksandstein oder sogar leichte Ziegel. Ausserdem sollten beim Einhängen des EG-Bodens in BA 2 ein Teil der jeweiligen Auflager mit Stahlträgern oder Ähnlichem unterfangen werden, um ein wenig Kraft aus der Wand zu nehmen. Ich habe eine Überschlagsrechnung für das Deckengewicht gemacht, um die ungefähre Auflagerkraft zu ermitteln. Mit einer Fliessestrichdicke von etwa 5 cm kommt man mit allen anderen Elementen auf ca 5.1t, das macht bei 7 Balken etwa 362 kg pro Auflager ohne Nutzlast.

Ausserdem habe ich beschlossen, dass wenn möglich noch die östliche Stützmauer diesen Sommer betoniert werden sollte, den dann kann man die Südwand in deren Armierung verankern, was wesentlich angenehmer geht, solange die Aussenwand noch nicht gedämmt ist. Aus diesem Grund habe ich mich schon einmal um einen Betonmischer (Fabiobau) gekümmert. Sand bekommt man beim Koch, Zement bei HGC. Einzig für Armierungsstahl muss ich noch eine Quelle ausmachen, da ich auch für die Fertigstellung der UG-Fenster noch etwas Stahl benötige, denn die inneren Stürze werde ich in armiertem Ortbeton ausführen, da auf den Stürzen beider Fenster Balken der UG-Decke auflagern und die Mauer in den Leibungen der Fenster schwach ist und somit gleichzeitig saniert werden kann. Dies kann dann gleichzeitig als Betonierübung angesehen werden.

Heute habe ich mich um Mörtelnachschub gekümmert, ich konnte die 8 Säcke jedoch noch nicht nach Sent transportieren, da die beiden Mobility Autos wegen Auffahrt besetzt sind, nun hoffe ich, dass ich morgen Werners Combo ausleihen darf. Am Wochenende werde ich dann das westliche Fenster tiefer setzen, was wesentlich entspannter sein wird, als das östliche, da dieses nicht 80 sondern nur etwa 30 cm tiefer gesetzt werden muss. Ausserdem werde ich noch eine Mulde für die Unmengen an Bauschutt organisieren und hoffen, dass das am Freitag noch möglich ist. Dann kann das ganze Wochenende kubikmeterweise Terrain aus dem UG BA 2 geschaufelt werden.

Freitag, 7. Mai 2010

Känguru- und Laserspass

Heute habe ich beschlossen, am Wochenende primär mich auf die äussere Seite der Kellerfenster zu konzentrieren, somit wird für die Lösung der Auflagerproblematik ein wenig Zeit gewonnen, die Aussenseite ist damit jedoch definiert und parat für die Aussendämmung.

Dafür habe ich Material organisieren müssen, was ich schon am Donnerstag mit dem weisen Entschluss, mich endlich bei Mobility anzumelden, eingeleitet habe. Nachdem ich heute morgen mich mit den theoretischen und strategischen Fragen auseinandergesetzt habe, bin ich somit heute Nachmittag mit dem Velo nach Scuol gefahren, habe es abgeschlossen und meine schicke, neue Mobilitykarte an das Fenster der Renault Kangoo gehalten und habe im Anschluss in mehreren Fuhren zwei Betonsturzbretter (6.5 cm hoch, 14.5 cm breit, 129 lang) und eine Palette K15er Kalksandsteine (das sind 144 Steine) nach Sent transportiert. Ausserdem bin ich noch beim Coop vorbei, um einen grösseren Einkauf zu erledigen. Nach zweieinhalb Stunden habe ich das Auto wieder parkiert und bin mit dem Velo zurück nach Sent geradelt. Das ist moderne Mobilität nach meinem Geschmack. Für 50 Kalksandsteine, habe ich etwas mehr als eine halbe Stunde benötigt. Mit solch einer Fuhre wurde die maximale Nutzlast von 425 kg inklusive meines eigenen Gewichts ziemlich genau ausgeschöpft.

Zur allgemeinen Lösung der Ausnivellierung der Untergeschossdecke habe ich mir heute einen schönen alten Flächen/Rotationslaser vom Fabio ausgeliehen, da seine Baustellen ja über das Wochenende ruhen, meine jedoch nicht. Heute nach der grossen Materialaktion habe ich nun folgendes begonnen: Unsere absolute Höhenreferenz im Haus, zum Beispiel für alle Geschosshöhen, ist der Stüvaschwellenbalken, da dieser später einmal die Erdgeschosshöhe sowohl in BA 1, als auch in BA 2 definieren wird. Somit ist durch diesen Balken auch die vertikale Position aller Deckenbalken definiert. Nun ist es nicht ganz einfach, solche Niveaus in das gesamte Gebäude zu übertragen. Für soetwas zum Beispiel verwendet man einen Rotationslaser. Nun habe ich mit einem Senkblei durch ein Loch in der alten BA 1 UG Decke die Stüvaschwellenhöhe um einen Meter nach unten verschoben. Dieses Senkblei sieht man in der Photographie in der rechten oberen Ecke, der Rotationslaser steht auf dem Stativ in der Bildmitte. Im Anschluss habe ich den Rotationslaser grob ausnivelliert - die restlichen Grad nivelliert sich der Laser selber - und durch sukzessive Annäherung das untere Ende des Senkbleis angepeilt. Dadurch kann ich jetzt morgen im gesamten UG an allen Wänden diese Stüva-minus-ein-Meter-Höhe an allen Wänden an möglichst vielen Stellen einzeichnen. Diese Referenzen werden über die gesamte Bauzeit eine grosse Hilfe sein, weil man von diesen alle anderen Höhen ableiten kann, wie eben zum Beispiel die Position der Deckenbalken und die der Kellerfenster. Und da ich jetzt diesen schönen Laser bis zum Montag Morgen behalten darf, werde ich an einem anderen Abend noch eine Referenz durch das EG ziehen.