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Freitag, 4. Januar 2013

Operaziun Forza Electrica


Westliche Dose
Östliche Dose




















Am 2.1.2013 sind Jones und ich ein kniffliges Unterfangen angegangen: Die Verlegung der Stromversorgung im Süden des Schlafzimmers im OG BA1 zwischen der alten Holzkonstruktion und der Aussenmauer.

Die Hinterholzleuchte
Da wir ja vor ein paar Wochen die alte Küche von Fridel nebenan abgerissen haben, kommt man jetzt gut an die Ostwand des Zimmers heran. Und bevor dort das Bad aufgemauert wird, ist es natürlich sinnvoll, die Verkabelung anzugehen.

 Jones hat dafür zuerst einmal zwei Löcher für die Dosen gebohrt, während ich den Zugang etwas freigespitzt habe. Die Verbindung zur östlichen Dose haben wir dann ziemlich schnell hergestellt, dann jedoch begann der Spass erst richtig.

Zuerst habe ich versucht, direkt von der Küche das Installationsrohr reinzuschieben, das ist jedoch immer wieder in die Stüva im EG abgesoffen, oder an einem Stein angestanden. Im Anschluss haben wir es von dem jeweilig einen Loch zum anderen versucht, sind aber auch kläglich gescheitert.

Daraufhin war es klar, dass wir ein anderes Rohrmaterial benötigen, welches zum einen steifer und zum anderen glatter ist, als der geriffelte Installationsschlauch. Fündig wurden wir in einem alten PVC Installationsschlauch aus dem EG BA1, mit welchem wir dann auch von Osten bis ans westliche Ende des Fensters gekommen sind. Das Rohr war jedoch schon zu stark vermurkst und zu weich, sodass uns dann wiederum klar geworden ist, dass wir solche Rohre brauchen, wie sie für Kellerinstallationen verwendet werden.

Das Hinterholzendoskop
Bei der Impraisa Electrica haben wir dann auch 2x3m plus Muffe auftreiben können. Der erste Versuch war auch ziemlich erfolgreich: Wir konnten das Rohr die ganze Länge einschieben. Jedoch gab es dann noch ein entscheidendes Problem. Wir wussten nicht genau, wo sich das Rohr jetzt genau befand. Über dem westlichen Dosenloch, oder darunter? In Folge dieses Problems wurden dann die ersten zwei Werkzeuge entwickelt:
  • Der Hinterholzendoskopiespiegel aus altem Kupferdraht und einem Stück CD
  • Die Hinterholzleuchte (eigentlich Joni/Uli-Büssli-Leselampe)
Mit diesen Hilfsmitteln konnten wir nun durch das 5cm Loch hinter die ziemlich dicken (5cm+) Bretter schauen. Jones hat zuerst nichts gesehen, ich habe dann das Rohr unterhalb des Loches entdeckt und habe vorgegeben, sogar die Schrift auf dem Rohr lesen zu können (was natürlich geflunkert war).

Von dort - Rohr eingeklemmt zwischen dem Kastenbalken und der Aussenwand und ziemlich weit unten - war es jedoch ziemlich schwer, das Rohr herauszufischen (mit einem weiteren Werkzeug, dem "Grübler").

Der Grübler
Also haben wir wieder kurz studieren müssen und haben uns dann auf ein Vorbiegen des Rohrs nach oben mittels Heissluftföhn geeinigt, so dass das Rohr beim Einschieben nicht mehr so stark nach unten absaufen kann. Ausserdem haben wir noch eine Schnur in das Rohr eingezogen, welche vorne etwa 40cm herausragt und ein Fischen nach dem Rohr erleichtern sollte.

Der nächste Versuch war dann erfolgreich: Das Rohr kam etwa 40 cm über der Dose an und nach etwas herumgeschiebe hing auch der Faden genau über dem Loch. Leider klebte dieser an den sägerohen Brettern. Das war der Zeitpunkt für das letzte Werkzeug: Die sogenannte "Haftzunge". Auch wieder ein alter Kupferdraht mit umgekehrt montiertem Klebeband, an welchem dann der Faden kleben sollte. Mit den Endoskopiewerkzeugen und eben dieser Haftzunge konnte Jones dann den Faden erfolgreich Fischen und die Verbindung war hergestellt.

So richtig zufrieden waren wir aber noch nicht, da das steife Rohr nicht sauber an die Dose angeschlossen werden kann und ausserdem den gängigen Installationsnormen nicht entspricht. Also war das nächste Ziel das Einziehen des blauen Rohres.

Die Haftzunge
Zu diesem Zweck haben wir eine stabilere Schnur in das graue, steife PVC-Rohr eingezogen und durch das im Schlafzimmer parat liegende blaue Rohr weitergezogen und am Ende dessen fixiert. Dann haben wir die Schnur gespannt und damit die beiden Rohre fest aneinandergezogen. Diese gespannte Konstruktion haben wir dann wieder vom Schlafzimmer in die alte Küche zurückgefädelt. Jones hat das blaue im Schlafzimmer hineingeschoben, ich habe das graue von der Küche aus gezogen. Und ohne Zwischenfälle war dann auch das blaue Rohr drin.

Damit ist das Schlafzimmer minimalintrusiv elektrifiziert, ohne irgendwelche fiesen Aufputz(-holz)installationen, Löchern und dergleichen. Ohne unsere Sturköpfigkeit wäre das höchstwahrscheinlich recht schnell passiert.


Mittwoch, 30. November 2011

Güsel weg, Findlinge weg, Türe weg, Röhre rein, Vorbereitungen für Kies. Laser gratis.

Etwas aus dem Kontext, aber hier
war gerade noch Platz: Die
sogenannte Ecke unterm Tragwerk.
Die zwei letzten grossen Findlinge mit der Hilti gespalten, dabei einen Meissel unnötig geplättet. Granit ist nicht gut.

Abholung der Mulde organisiert (welche trotzdem nicht bis zum Abend abgeholt worden ist).

Bauabfälle, die alte Hintertüre OG BA1, die alte Haustüre zersägt und alles in den Bus. Dann nach Scuol zum Crüzer entsorgen. Im Anschluss noch schnell neue Halogenbirnen für die Baustrahler, Japanmesserklingen und Thermoarbeitshandschuhe erworben.

Auf der Rückfahrt bei Fabio-Bau vorbei und 5 Schuttröhren und den grossen Betonmischer ausgeliehen. Den Baulaser konnte ich leider nicht ausleihen, da kaputt, ich durfte ihn trotzdem mitnehmen, da mir schon oft aufgefallen war, dass das Netzteil schlecht war. Evtl. kann ich ihn reparieren und beliebig lang benutzen.

Abbrucharbeiten in der besagten Ecke und in der südöstlichen Ecke BA2 im UG. In einer Pause den Materialbedarf für die Sockelbetonierarbeiten berechnet:

(4.40 + 7.40+0.4-0.6 + 1.40 + 6.80-0.6 + 2.50-0.6)*0.3*0.6 = 3.8 m3 Beton.
Dichte eingerüttelter Portlandzement: 1.6-1.9 kg/dm3 ~= 1750 kg/m3
Beton der Expositionsklasse XC2 (nass, selten trocken, e.g. Fundamente) benötigt 280 kg Zement pro m3, damit lässt sich auf das Zementvolumen schliessen:

VZement = 3.8 m3 * 280 kg/m3 / (1750 kg/m3) = 0.68 m3 Zement

Mit dem Wasserzementwert

w = Wassergehalt : Zementgehalt

welcher ebenso durch die Expositionsklasse vorgeschrieben wird wXC2 = 0.65 lässt sich mit dem Zementgehalt auf den Wassergehalt schliessen (das im Kies gebundene Wasser inklusive):

VWasser/m3 = wXC2 * Zementgehalt = 0.65 * 280 kg/m3 = 182 kg/m3 = 182 l/m3 = 0.18 m3/m3

Mittels Wasser und Zement kann man dann das Kiesvolumen berechnen:

VKies := VBeton - VZement - VWasser = 3.8 m3 - 0.68 m3 - 0.18 m3/m3 * 3.8 m3 = 2.436 m3

Zement: 3.8 * 280 / 25 = 42.6 Sackerl Zement

Am Abend habe ich dann noch einen Kasten (2 m x 2.5 m x 0.50 m = 2.5 m3) aus Schaltafeln im Untergeschoss BA2 gebaut, in welchen ich den Kies morgen mittels der Schuttröhren von der Rampe hinter dem Haus befördern werde.

Freitag, 18. November 2011

Abbruch Ecke unter Tragwerk, neues Einrichten Förderband.

Förderband etc. (Bild vom 3.12.11)
Morgens den Rest der Mulde mit dem Material, welches ich noch hoch ins EG werfen konne, gefüllt, damit sie am Nachmittag ausgewechselt werden kann. Den Rest vom Vormittag mit der neuen Methode weiter Material abgebrochen, bis ich auf fiese Quarzbänder gestossen bin. Das war dann die Motivation, zu dem Magaziner von Fabio Bau, Andrea, zu fahren und die grosse Hilti zu holen.

Er und der Mader (Transportunternehmer von Sent) haben mit mir noch ein wenig gescherzt und mich mit "Ahh, da kommt Andy Ovenstone Nummer zwei!" begrüsst. Andy Ovenstone baut auch ein Haus in Eigenregie um und hat auch unglaublich viel Kubikmeter aus seinem Keller herausgeschaufelt. Er hatte jedoch den Vorteil, dass seine Hütte nicht auf Fels gebaut ist. Dafür hat er das Pech, dass seine Hütte in einer Senke liegt und er dadurch Entwässerungsprobleme bekommen hat.

Mit der Hilti hab ich dann so lange abgebrochen, bis ich das Material nicht mehr wegschieben konnte. Daraufhin habe ich mich an die Wiederinstallation des Förderbandes gemacht, da ja durch das Erstellen der Wand BA2/3 die alten Öffnungen nicht mehr vorhanden bzw. ungeeignet für einen angenehmen Förderbandbetrieb sind. Dafür habe ich den östlichsten Balken der UG Decke mit einem Spriess abgestützt und an der südlichen Seite der BA2/3 Türe im EG den Balken gekappt. Dadurch habe ich jetzt ein etwa 3 mal 3 Meter grosses Loch im EG-Boden. Vorher musste ich noch die Abflussrohre von Friedel Bearths alter Scheisse demontieren, was ich sowieso schon lange machen wollte.

Zu meinem Erstaunen konnte ich das Förderband (Condecta LIBA 400) sogar komplett alleine installieren. Dann können wir morgen früh grade Vollgäse geben. In der Zwischenzeit ist auch die neue Mulde gekommen.

Den Rest vom Tag habe ich mit Aufräumarbeiten beschlossen. Ich hatte auch noch die Idee, dass, wenn ich OG BA2 Nord mit Blache abschliesse, an wärmeren Tagen vielleicht genug Temperatur habe, um von innen Mauerwerk hochzuziehen.

Bild: Querschnitt Mauer Bestand UG BA2 nord: Die Balken müssen nicht unbedingt so durchnässt sein: Die Mauer ist einigermassen hoch über dem Schiefersockel und schön mit losem Material/Schutt hinterfüllt. Wenn man seine Hütte liebt, achtet man darauf, dass sich oberhalb der Schüttung kein Dreck sammelt, welcher die Feuchtigkeit hält. Die letzen Hausbesitzer oder sogar noch früher, haben das jedoch schleifen lassen. Somit konnte diese Dreckschicht schön die Feuchtigkeit halten, welche natürlich kapillar in die Balken gewandert ist und auch das Mauerwerk durchnässt hat.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Stabilisierung Mauerkopf BA2 EG Nord, Ersatz Pfeiler OG BA1/2 Nord

Josch hat in der zweiten Hälfte seines Ferienjobs mit der Stabilisierung des Mauerkopfes der Mauer BA2 EG Nord begonnen und den oberen Teil der alten Mauer abgebrochen und den Abraum über eine schöne, neue Schuttrutsche in die Mulde befördert.

Auf die abgetragene Mauer kommt ein Betonband, welches als Sauberkeitsschicht für die obenliegenden Konstruktionen dient. Das ist zum Teil Mauerwerk, zum anderen Teil evtl. Schiebefenster. Ausserdem sorgt sie dafür, dass die untere Mauer etwas stabilisiert wird, wenn später unterhalb noch ausgeschachtet wird. Gleichzeitig hat der Beton die Funktion einer Horizontalsperre, welche den vertikalen Wassertransport auf fast Null abbremst - das Mauerwerk unterhalb ist Erdberührt und sehr feucht.



Josch ist am Freitag Nachmittag zu seiner Tante gefahren. Abends kamen noch Daga und Jones, Rolf hat es nicht mehr geschafft, da er selber am Maiensäss herumgebastelt hat. Am Samstag haben wir die Mauer fürs Betonieren präpariert: Letzte Spitzarbeiten, reinigen. Jones hat die Schalung gebaut. Wir haben uns entschlossen, das Betonband gleich noch bis in BA1 weiterzuziehen und die Sanierung des Stützpfeilers zwischen BA1/2 gleich mitzunehmen.

Am Mittag ist dann auch noch Roller gekommen, welcher sogleich XPS-Streifen gesägt hat, welche die nordseitige Schalung bilden und eine Wärmebrücke zu dem gut wärmeleitenden Beton verhindern. Während Roller und Jones noch die restlichen Eisen gelegt haben, habe ich schon einmal den Mischer parat gemacht. Schlussendlich haben wir etwa 10 Maschinen gebraucht, um die berechneten 0.2 Kubikmeter zu füllen. Roller und Jones haben verdichtet und taloschiert. Daga hat in der Zwischenzeit Material für das gemeinsame Znacht mit Bertschingers organisiert.

Damit er die kalte Nacht übersteht, haben wir den Beton noch mit Blache und Decken abgedeckt. Frecherweise hat sich eine kleine Katze später in die Decke gekuschelt und ist auch sonst noch dreist über Rollers spiegelglatte Oberfläche geschlichen und hat nette Dellen hinterlassen. Wir haben sie "Beton" getauft und sie durfte mit uns in der Küche abhängen.

Beton oder Tigerli
Am Sonntag haben wir noch den Stützpfeiler unter dem Ringbalkensystem BA1/2 aufgemauert. Während Daga und ich das Büssli Sardinientauglich gemacht haben, haben Roller und Jones, die guten Geister, sämtliche Öffnungen mit Blache geschlossen.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Balkon OG BA 2

Theorie


Der Balkon im OG BA 2 basiert auf einer U/I-Trägerkonstruktion, in welche man die Plankung in die Träger einschieben kann. Für die Dimensionierung der Träger (sogenannte Schnittgrössenermittlung eines Kragarms) habe ich meine inzwischen schon etwas eingerosteten Mechanikkenntnisse aus dem Grundstudium wieder aufgewärmt und erweitert, denn eingespannte Träger war bei uns eher weniger ein Thema. Nachdem ich die allgemeine Maximalbelastbarkeit für beliebige Träger bestimmt habe, habe ich mich mit unserem Statiker zu einer Überprüfung der Resultate getroffen. In der Schweiz liegt die Normbelastbarkeit von Balkonen bei 300 kg pro Quadratmeter. Selbst mit den schlankesten Trägerprofilen (UPE 80/IPE 80) besitzt der Balkon eine gute Sicherheitsreserve.


Ein weiterer Punkt der Abklärungen war die Verankerung der besagten Träger, welche aufgrund der Hebelwirkungen logischerweise ein Vielfaches der Balkonbelastbarkeit aufnehmen müssen. Ursprünglich hatten wir den Balkon mit 4 Trägern (also drei Feldern) geplant, ich fand jedoch, dass es auch noch reduzierter gehen muss, also zwei Felder a 125 cm. Der mittlere Träger kommt dabei in der Mitte des Badsturzes zu liegen, was etwas anspruchsvoller ist, da der Träger dadurch nicht mehr im Mauerwerk eingespannt ist und die Mauerwerkslast die Reaktion bildet. Man muss den Träger mit einem Stahlband am Betonsturz verankern. Drei Betondübel nehmen die Zugkräfte auf, wobei hier dann primär die Abscherbelastbarkeit der Dübel von Belang sind. Bei M12 sind das 18.4 kN 8 (~1.8 Tonnen), wenn das Gewinde sich in der Scherebene befindet. Das heisst, man kann meinen Mercedes MB 100D an einer solchen Schraube aufhängen. Für die äusseren Träger, welche in das Mauerwerk eingespannt werden, reicht die Mauerwerkslast. Der Lastabtrag erfolgt dreiecksförmig, somit trägt sehr viel obenliegendes Mauerwerk zum Gegengewicht bei - die 16 kN werden somit sehr schnell erreicht - selbst mit Leichtziegeln wie Poroton (~700kg/m3), wobei wir zuerst sowieso eine Überdeckung mit Bruchsteinmauerwerk haben, welche eine wesentlich höhere Dichte besitzt. Nicht zu vernachlässigen sind auch die äusseren Auflager, welche das Eigenwicht und die Nutzlast aufnehmen müssen.


Auf Basis der Berechnungen habe ich dann bei Joos in Chur verzinkte Profile bestellt, welche ich dann zusammen mit dem Spenglermaterial für die neue Regenrinne und Rohre frecherweise auf den Camion, welcher wöchentlich für Bezzola-Denoth nach Scuol fährt, habe legen lassen. Somit konnte ich mir eine Fahrt nach Chur oder teure Transportkosten ersparen.

Praxis

Am Freitag dem 1.10. habe ich dann die Löcher für die beiden äusseren Träger in das Mauerwerk geschlagen: Etwa 20 cm Durchmesser bei Mauerwerksstärken zwischen 45 und 50 cm. Peter Brem meinte zwar, dass die Auflager innen und aussen nicht unterlegt werden müssten, aber nach dem Kontakt mit dem sehr bröseligen Engadiner Bruchsteinmauerwerk war ich mal wieder lieber etwas vorsichtiger und habe ein paar alte L-Eisen unter die äusseren und über die Inneren Auflager gelegt und die Träger mit Zementmörtel einzementiert. Damit der Balkon auch gerade ist (sowohl in Hauslängsrichtung und orthogonal zum Haus), habe ich aussen eine Hilfslatte befestigt und die Träger mit Spanngurten am Gerüst befestigt.

Am Samstag habe ich dann den mittleren Träger, an welchen ich von Valentin und Krebs noch das 80 cm lange 4x50er Stahlband habe schweissen lassen, auf den Sturz gesetzt und das Band mit zwei Stahldübeln verankert. Der vorgesehene dritte musste leider wegfallen, da die Bohrung prompt auf ein Armierungseisen gestossen ist. Vielleicht kann ich zu einem Späteren Zeitpunkt noch einen kurzen Dübel einsetzen. Zu guter Letzt habe ich den Träger eingemörtelt und eine Balkonschwelle erstellt, welche jedoch drei Zentimeter unter der definitiven OKFF des OGs liegt, da auf der Innenseite noch eine Holzschwelle und aussen eine Steinschwelle montiert wird.


Freitag, 27. August 2010

Rollers erste Mauer und Stockschreinerarbeiten

 Am Wochenende des 27.8.2010 waren Roller und Carla zu Besuch. Es war Zeit für Rolfs erste Kalksandsteinmauer: Die alte Balkontüre des ehemaligen Westbalkons musste in ein Fenster umgewandelt werden. Dazu hat er zuerst den alten Stock ausgebaut, dann mit dem Elektrohammer die Öffnung angepasst und sehr präzis die schöne neue innere Leibungsschräge gemeisselt. Zwischendurch haben wir hinten in der Remise begonnen, die neuen Stöcke zu Zimmern. Zu diesem Zweck habe ich in der Woche zuvor schöne Lärchenholzhobelware in der Sägerei in Martina besorgt. Die Stöcke haben eine äussere Nut, in welcher früher die äusseren Vorfensterflügel sassen. Seitlich haben wir Betoniernuten gefräst. Für all diese Arbeiten kam endlich meine ausgeliehene Oberfräse zum Einsatz. Carla hat unterdessen das Mauerstück oberhalb des Badsturzes abgetragen, dort kommt nämlich die Balkontüre hinein. Etwa um 22:00 war dann die Mauer hochgezogen und man konnte gemütlich Znacht essen.

Am Sonntag hat Carla begonnen, das Mauerwerk seitlich der Balkontüröffnung zu sanieren, währen Roller und ich den ersten Stock in das südliche Schlafzimmerfenster im OG BA 2 eingesetzt haben. Sonntag Nachmittag haben Roller und ich dann noch den Bus mit Bauholz vollgeladen und sind nach Klosters zu seinem Maiensäss gefahren, damit er Brennholz für den Winter hat. Auf dem Rückweg habe ich doch glatt Strickers in Selfranga getroffen und konnte Josch zu seiner grossen Freude im Bus mitnehmen.

Am Montag sind wir mit Roberto nach Aschèra gefahren, um Teile seiner Betornierarbeiten auszuschalen.

Am Dienstag ist dann Asti von ihrer Weltreise zurückgekommen und direkt ins Engadin gefahren. Da es dann recht kalt wurde, habe ich pressiert, dass der Stock in das Fenster der ehemaligen Westbalkontüre kommt, sodass man ein provisorisches Fenster montieren kann. Asti war leider etwas angeschlagen und hatte ein schlechtes Gewissen, dass sie nicht richtig helfen konnte, aber für einen Bergler wie mich ist schon etwas Gesellschaft manchmal Hilfe genug.




Dienstag, 20. Juli 2010

Aufmauern BA 2 OG


Nach der sehr guten Vorarbeit mit Corinna, Joni und Roller konnte ich in der darauffolgenden Woche die Mauer sehr schnell hochziehen. Die Mauer musste so hoch werden, dass die Oberkante des ehemaligen Fussbalkens auf die frühere Höhe der Fusspfette zu liegen kommt, damit es keine Verwerfungen im Dach gibt, wenn es später abgesenkt wird. Darum musste  jeder Ziegel der obersten Lage zugesägt werden, da das Dach auch nicht hundertprozentig horizontal und der Fussbalken keinen konstanten Querschnitt aufweist. Bevor ich jedoch die letzte Lage Ziegel setzen konnte, musste ich noch die Stürze des Fensters und der Balkontüre betonieren. Dabei kam die Klammerschalungstechnik, welche sich schon bei der Betonierung des Mauerabschlussbandes bewährt hat, zu Anwendung. Zu guter Letzt habe ich eines schönen Abends mit Werner und dem Mann der Schwester von Helen den Fussbalken auf die Mauergehoben und ihn somit offiziell zur Fusspfette befördert.

Sonntag, 18. Juli 2010

Hardcore Wochenende #1 (Betonband und Mauer OG BA 2)


Die letzten Wochen habe ich unter anderem (Baumobil MB 100 D) darauf verwendet, Material für dieses Wochenende zu organisieren. Ziel ist es, die Mauer im OG BA 2 hochzuziehen, sodass am Schluss das Dach wieder darauf heruntergelassen werden kann. Corinna, Joni und Roller haben sich das nicht entgehen lassen Wollen - wahrscheinlich hatten sie genauso wenig Ahnung, wie hart der Samstag wird, wie ich.

Am Freitag habe ich mit meinem am Donnerstag überführten neuen "Oh Lord wan't you buy me" 5 Paletten 36er T11 Poroton, 12 Säcke Zement und 0.4 Kubikmeter 0-16er Kies herangeschafft. Am Abend haben wir die Ruhe vor dem Sturm in dem noch ahnungslosen Obergeschoss und auf dem noch ahnungsloseren Balkon genossen. Am Samstag ging es dann recht früh los. Zuerst haben wir Jonis und meine Dachabstützung getestet, indem wir einfach alle verbliebenen Holzständer herausgenommen haben. Es hielt. Im Anschluss haben Joni und ich den Balkon entfernt, das war eine Sache von 30 Minuten.

Den Balken, welcher als Mauerabschluss fungierte und mit der Östlichen Holzkonstruktion verstrickt war, herauszutrennen, war nicht ganz einfach, da man in solchen beengten Situationen nicht so gut sägen kann und wir auch kein passendes Elektrowerkzeug zur Hand hatten. Diesen Balken haben wir dann nach innen gelegt, da er dann später auf der Mauer als neue Fusspfette sein Dasein fristen wird. Das Mauerwerk darunter musste dann für das Beetonieren vorbereitet werden. Bei der Remise war das Mauerwerkt noch nicht richtig abgeschlossen, da die Mauer im EG ursprünglich nicht komplett bis zu BA 3 durchging. Dieses Stück habe ich schnell mit ein paar Kalksandsteinen geschlossen. Luzia hat uns zu unserer grossen Freude mit einem riesen Topf Spaghetti über Mittag versorgt.

Im Anschluss ging es gleich weiter. Als nächstes musste die Schalung vorbereitet werden, denn nach Absprache mit dem Statiker sollte die Wand auf der Höhe des Bestands-OG-Fussbodens mit einem Stahlbetonband abgeschlossen werden, was die Steifigkeit der Mauer entschieden verbessert. Dieses Betonband dient auch gleich als Ausgleichsgrund für die darauf aufbauende Mauer. Das Bauen der Schalung und vorbereiten der Eisen hat bis ca 18:00 gedauert - dann konnte endlich der Betonmischer angeworfen werden, welchen zuerst Corinna (in Ballerinas!) und ich und später Rolf und ich bedient haben. Joni hat den Betoniervorgang im OG gehandhabt (verdichten etc.). Um 21:00 und ein Gewitter später war der Spuk vorbei. Wir haben dann mit Helen noch ein spätes, aber schönes Znacht genossen.

Am Sonntag haben wir es dann ruhig angehen lassen und mit dem Hochziehen der Mauerbegonnen. Dafür musste die erste Reihe der Steine präzise gelegt werden, Abweichungen später auszugleichen ist schwierig. Ich habe noch für die östliche Holzkonstruktion einen Anker in die Fugen gelegt, damit BA3 mit der Zeit nicht abwandern kann. Ein Glück im Unglück kam mir noch zur Hilfe: Eigentlich hatte ich sogenannte halbe Anfänger bestellt, das sind halbe Steine, die jede zweite Lage abschliessen. Irgendwie haben die Leute bei dem Baumateriallieferanten mich jedoch falsch verstanden und ganze Anfänger geliefert. Als Entschädigung haben sie mir dafür eine Steinsäge mitgegeben, welche sich als goldwert herausgestellt hat, denn man kann mit dieser zum Beispiel gerade die Leibungen der Fenster- und Balkonöffnungen perfekt zusägen.


Somit war die Vorarbeit für die Fertigstellung der Mauer getan. Und ich bin sehr dankbar für die unschätzbare Hilfe - grazcha fichun!

Dienstag, 22. Juni 2010

Tools und Dachabstützung OG BA 2

 

Lange ist es her, aber die Bau- und Organisationsaktivitäten lassen mir wenig Zeit, die Fotos zu sortieren und einige Zeilen dazu zu schreiben, obwohl es gut wäre, wenn man dies noch erledigt, solange alles noch präsent ist. Zum Beispiel jetzt musste ich in den Bildern nach dem genauen Datum in den Bilder schauen, wann ich denn genau den Betonmischer, die Bauspriesse, Armierungseisen etc. von Fabio geholt habe. Das wird so um den 17.6 gewesen sein. Am Wochenende darauf waren Joni und Hina da. Joni und ich haben demnach am 21.6. die restlichen Reste der zwei Zimmer im OG BA 2 entfernt, um das Dach abstützen zu können. Das obige Bild zeigt das Resultat.

Sonntag, 30. Mai 2010

Demontage OG BA 2, Grillieren à la Jeffi

Am Samstag habe ich begonnen, die beiden Zimmer im OG BA 2 - ehemals das Schlafzimmer von Fridolin und Martha Bearth - endgültig zu demontieren. Die Gründe dafür sind vielfältig.
  • Zum einen ist die additive Bauweise nicht brauchbar, da sie eine Renovation verunmöglicht und unglaublich viel Raum verschwendet: wir haben teilweise Fussboden-/Deckendicken von über 50 cm gemessen. Das macht über 10 Kubikmeter auf 20 Quadratmeter.
  • Zum anderen sollen die Stockwerkshöhen von BA 1 und BA 2 angeglichen werden, was in BA 2 passiert, damit im Falle einer späteren Zusammenlegung der zwei Wohnungen einheitliche Geschosspositionen über das gesamte Gebäude herrschen.
  • Ausserdem profitiert die Fassade davon, da durch die Herabsetzung der Geschosse in BA 2 das Dach wieder in den ursprünglichen Zustand abgesenkt werden kann: Die Fenstern in BA 1 und 2 können auf einem ähnlichen Niveau angebracht werden, man erhält eine durchgehende Trauflinie und man muss nicht mitten in der Fassade ein Fallrohr anbringen, da das Dach an einer Stelle (und zwar hinten) entwässert werden kann.
Zur Absenkung des südlichen Daches im OG BA 2 muss natürlich die Südwand entfernt werden. Früher war diese Südwand auch einfach nur eine typische gelattete Tablà- (Scheunen-) Wand, im Zuge der Aufständerung wurde diese jedoch durch eine Holzständerkonstruktion ersetzt. Diese wurde von aussen mit Heraklith (Holzfaserplatten mit Zement) versehen und dann verputzt. Die beiden Zimmer wurden auch in einer Holzständerbauweise einfach in die Scheune gestellt und von beiden Seiten mit Brettern verschalt. Zwischen diesen Brettern wurden zu Isolationszwecken Hobelspäne eingefüllt, welche wahrscheinlich zum Schutz vor Schädlings- und Pilzbefall mit einem mysteriösen weissen Pulver versetzt wurden. Die meissten Recherchen im Internet ergaben, dass dieses Pulver höchstwahrscheinlich das ungefährliche Borsalz sein, welches zu diesen Zwecken in genau solchen Konstruktionen verwendet wurde. Man weiss jedoch nie, darum haben wir mit Staubschutzmasken gearbeitet. Die Isolation war jedenfalls ziemlich für die Katze, da die Vorgänger nicht daran gedacht haben, dass sich Hobelspäne mit der Zeit setzen. Somit waren nur die zwei unteren Drittel gedämmt.

Begonnen haben Rolf und Josch mit der Entfernung der südlichen inneren Beplankung, ich habe in der Zwischenzeit die zuvor angefallenen Bretter hinter dem Haus versorgt, bis sie in der baldigen Zukunft nach Klosters gefahren werden, um im Winter Rolfs Maiensäss zu wärmen.

Bald konnten wir beginnen, von innen gegen die Heraklithplatten zu schlagen, um den Putz zu lösen. Josch hat unten aufgepasst, dass keine Menschen oder Autos zu Schaden kommen. Die anfallenden Platten haben wir auf die Strasse geworfen, von wo wir sie in die Mulde verfrachtet haben. Nach zwei Stunden war fast die gesamte Südwand frei und die Zimmer haben sich in etwas grössere Freiluftterrassen verwandelt. Nach dieser Aktion war die zweite Mulde voll.

Am Freitag Abend ist Jeffi angekommen, ein alter Freund aus Zweierbarzeiten. Jeffi hat, während wir die Südwand freigelegt haben, sich in der Küche kulinarisch betätigt und eine Menge hervorragender Köstlichkeiten vorbereitet, denn eigentlich war für den Abend das Baubeginnfest angesagt, jedoch haben nach und nach leider alle abgesagt. Wir haben uns jedoch nicht irritieren lassen, auch als es zu regnen begann, und Jeffi und Josch haben aus einer alten Mörtelwanne und Eisenstäben, welche einmal in dem elektrischen Stüvaofen waren, einen Grill gebastelt, um den sich später alle versammelt haben. Der harte Kern bestand schlussendlich aus Rolf, Jeffi, Luzia und Uli.


Mittwoch, 26. Mai 2010

Pavatex und Fundsachen

Am Dienstag habe ich mich für die weitere Etappe vorbereitet. Diese beinhaltet die Fensterpositionen im EG BA 2 und das OG BA 2. Für die Fenster habe ich schon Betonstürze organisiert. Ausserdem eine Menge Administratives erledigt: Eine Mulde auf Mittwoch bestellt, mit Fabio einen Termin abgemacht (auch wenn er diesen wieder nicht eingehalten hat), die offizielle Baubewilligung, welche nach mehr als 12 Wochen eingetroffen ist, durchgesehen. Ausserdem eine weitere Offerte bei Linard Quadroni angefordert, eine Quelle für Amierungsstahl ausfindig gemacht (im Magazin von Fabio kann ich Material beziehen und aufschreiben lassen) und versucht die GVA (Gebäudeversicherung) zu erreichen, da ich eine Versicherung für die Bauzeit benötige.

Auf Donnerstag (heute, in 45 min) habe ich noch einen Termin mit Peter Brem (Statiker) gemacht, um sich das Projekt anzusehen und uns zu beraten, da gerade auch Simon da ist. Ausserdem benötige ich für die Arbeit der Dachabsenkung ein statisches go/no go.

Handwerklich habe ich die Heizungen im Bad und dem "Roten Zimmer" im EG und den Zimmern im OG BA 2 vom Strom abgehängt und demontiert.

Am Abend ist Simon gekommen und wir waren bei Flurin Bertschinger um seine feine Rhabarberwähe zu vernichten, zu der auch später noch Annina Sedlacek, Roberto und Vre gekommen sind, wobei für die letzten beiden leider schon nichts mehr übrig war.

Mittwoch am Morgen wurde ich früh von Josch geweckt, da wir zum Arbeiten abgemacht haben, bevor er in die Schule geht. Kurz darauf ist auch die Mulde eingetroffen und wir haben nach einem Kaffee eine Stunde lang Abbruchmaterial in die Mulde gefüllt, welche dadurch schon recht voll wurde. Vor dem Mittagessen habe ich noch die Werkstatt aufgeräumt, da durch die Entsorgung wieder wesentlich mehr Platz frei wurde.

Nach dem Mittagessen habe ich begonnen, in den Zimmern im OG BA 2 die Pavatexverkleidungen abzunehmen, den Türstock zwischen den beiden Zimmern und die Fensterstöcke herauszubrechen und die Verkleidung der Dachuntersicht über dem Balkon wegzuhebeln. Währenddessen ist Rolf gekommen. Nach einem Begrüssungskaffee habe ich mit Simon das gesamte Material vom Balkon geworfen und in die Mulde geschafft. Unglaublich wie viel Material so eine billige Pavatexverkleidung benötigt mit all denen bescheuerten Kaschierleistchen etc.. Die Mulde war danach auf jeden Fall voll.

Während dem Entfernen der Pavatexverkleidungen bin ich auf ein Bild von Fridolin Bearth gestossen, der mit seiner Frau Marta in diesen zwei Zimmern gehaust hat. Dieses Bild, welches Fridolin als Rekruten zeigt, hat mich dazu inspiriert, weitere historische Bilder und Fundsachen zu veröffentlichen.

Das oberste Bild zeigt den ursprünglichen 70er Jahre Treppenaufgang im Westen (Foto: Lina Fried), das zweiteoberste Bild (Foto: Lina Fried) zeigt die Taubstumme, welche in dem ursprünglichen Werrohaus (drittes Bild, Foto: Lina Fried) gewohnt hat und vor welcher alle Kinder im Dorf Angst hatten. Das fünfte Bild zeigt Schimun Mayer, sowie auch das sechste, welches ihn beim Schneeschaufeln vor Linas Haus zeigt. Beide Fotos habe ich hinter dem Stromkasten gefunden.



Technische Notiz: Strassenseitig platzt bei Linas Haus der Verputz ab. Das habe ich als Gelegenheit wahrgenommen, um die Gründe für die schlechte Beständigkeit ihres Verputzes zu eruieren, denn auf ihrer Fassade sind die Umrisse der Platten deutlich sichtbar, was ich um jeden Preis vermeiden möchte. Der Grund dafür ist einfach: Die Armierung ist ein stinknormaler Metallgitter-Putzträger (Hasen-/Hühnerdraht). Dieser ist viel zu flexibel (Metall, zu grosse Maschengrösse/Drahtabstand)  für diese Anwendung.